Bühnenheld*innen

Das Aktionsbündnis Darstellende Künste verleiht in diesem Jahr zum ersten Mal den Bühnenheld*innen-Preis an Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Denn dieses herausfordernde Jahr hat den Künstler*innen aus den Darstellenden Künsten gezeigt, dass sie nicht alleine sind, sondern in vielen Bereichen unermüdliche Mitstreiter*innen haben. Diesen gilt es DANKE und HUT AB zu sagen.

Mit der Auslobung der Bühnenheld*innen will das Aktionsbündnis Darstellende Künste das Jahr 2020 mit positiven Meldungen abschließen und nach Sorge und Verzweiflung auch einen Moment zum Jubeln bieten.

161 Nominierungen aus 13 Verbänden sind beim Aktionsbündnis eingegangen. Die Nominierten kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und zeigen deutlich, mit wie viel Engagement Nicht-Künstler*innen für die Darstellende Kunst und ihre Künstler*innen kämpfen.

Am 6. Dezember 2020 um 12:00 Uhr fand die Preisverleihung im virtuellen Raum statt. Ohne Zoom wäre das Jahr 2020 wohl gar nicht mehr denkbar. Die Moderation der Bühnenheld*innenpreisverleihung übernahm das Performer*innenkollektiv Henrike Iglesias.

Hier können Sie die Aufzeichnung der Preisverleihung sehen

Denn sie wissen, was sie tun: Kulturpolitiker*innen

Vernoica Kaup-Hasler, Foto: Johannes Kernmayer


Veronica Kaup-Hasler, Amtsführende Stadträtin für Kultur und Wissenschaft, Stadt Wien

Für das Jahr 2020 hat sie für ihre Stadt eine Erhöhung des Kulturetats um über 10% erreicht. Und für das Jahr 2021 eine weitere Erhöhung um ebenfalls 10%. Dazu hat sie auf die Schnelle ein neues Sommerfestival erfunden, um Freien Künstler*innen die Möglichkeit zu geben, ihre Arbeit zu zeigen und dafür bezahlt zu werden. Sie setzt sich konsequent und kontinuierlich für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Wien ein, unter anderem durch regelmäßige Arbeitstreffen und öffentliche Symposien mit der freien Szene.

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Eva Motschmann, Foto: Franziska Stürken


Eva Motschmann MdB, Sprecherin Ausschuss für Kultur und Medien im Bundestag,
CDU/CSU Fraktion

Für Ihren Einsatz für die soloselbständigen Kunstschaffenden in der Pandemie und für ihr mutiges Einstehen und Aufstehen für die Freischaffenden – auch gegenüber dem Wirtschafts- und Arbeitsministerium der CDU/CSU. Zudem setzt Eva Motschmann sich aktiv für Gleichstellung und Veränderung in der Asylpolitik ein.

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Petra Olschowski, Foto: Martin Lutz, CC BY-SA 3.0 DE https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/deed.en


Petra Olschowski – Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg 

Gleich zu Beginn der Pandemie hat Petra Olschowski sofort reagiert, indem Sie ihr gesamtes Team mobilisiert und schnellstmöglich nach Unterstützungsmöglichkeiten für Kulturschaffende gesucht hat. Sie hatte ein offenes Ohr für die Verbände und Vertreter*innen der Kunst- und Kulturschaffenden als es darum ging, dass die Nothilfen nicht für Soloselbständige greifen. Es ist Ihr und Ihrem Team zu verdanken, dass in Baden-Württemberg der fiktive Unternehmer*innen Lohn realisiert werden konnte, der den freien Kulturschaffenden dort sehr geholfen hat.

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Eva Viehoff, Foto: Foto-AG Melle, CC BY 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by/3.0


Eva Viehoff MdL, Sprecherin für Wissenschaft und Kultur, Erwachsenenbildung und Arbeitsmarkt, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag Niedersachsen

Eva Viehoff setzt sich nicht nur in Zeiten der Pandemie – in diesen aber besonders – für die vielfältigen Interessen von Künstler*innen und Kulturinstitutionen ein. Sie ist immer ansprechbar, an unseren Problemen und Fragestellungen interessiert und sucht vor allem konstruktive Lösungen.

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Dr. Carsten Brosda, CC0, via Wikimedia Commons

Dr. Carsten Brosda – Senator der Behörde für Kultur und Medien in Hamburg

Die Erhöhung eines Kultur-Etats als Reaktion auf die Krise und als Weg heraus ist nicht nur als solidarischer Akt zu begreifen, sondern auch ein immens wichtiges Signal. Es ist ein Bekenntnis zur aktiven Gestaltung der Zukunft.

Carsten Brosda bezieht während der gesamten Pandemie Stellung FÜR die Kunst, sowohl für die städtischen Theater als auch für die Soloselbständigen, indem er Unterstützung zusagt und zeitnah umsetzt, sich immer wieder öffentlich äußert und die Wichtigkeit und Bedeutung von Kunst kontinuierlich in den öffentlichen Fokus stellt.

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Klaus Lederer, Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons


Klaus Lederer – Senator für Kultur und Europa in Berlin

Er versteht es, wie wenige Politiker*innen, sich den Bedürfnissen und Belangen der Künste in Berlin während der Corona- Beschränkung anzunehmen, ist bei Demos vorn mit dabei und verschafft sich leidenschaftlich und authentisch Gehör im Senat sowie in der Presse.

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Jörg Stüdemann, Foto: Stadt Dortmund


Jörg Stüdemann – Stadtdirektor der Stadt Dortmund, Dezernent für Finanzen, Liegenschaften und Kultur der Stadt Dortmund

Er ermöglichte unter anderem, dass die Kulturbetriebe der Stadt, das Konzerthaus Dortmund und das Theater Dortmund alternative Konzepte zur Aufrechterhaltung des Kulturauftrags und kulturellen Outputs entwickeln konnten und keiner der Kulturbetriebe Kurzarbeit einführen musste. Er setzte sich dafür ein, dass die Kulturinstitutionen der Stadt auch freiberuflichen Künstler*innen bei Veranstaltungsabsagen aufgrund der Covid-19 Pandemie ihre Gagen auszahlen konnten. Er weiß, dass der Zugang zu Kultur und Kunst ein wesentlicher Faktor für eine gelingende Stadtgesellschaft ist, gerade in Zeiten von Krisen und Umbrüchen. Mit seiner Haltung und seinem aktiven Handeln ist er ein herausragendes Beispiel gegen den bundesweiten Trend und zeigte einen Weg auf, wie auch in diesen schwierigen Zeiten ein Schaden an der Kultur vermieden werden kann.

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Spiel mir nicht das Lied vom Theatertod: Die Leitung eines Stadttheaters/einer Produktionsstätte

Nico Dietrich, Foto: Jo Quast
Tobias Sosinka, Foto: Jo Quast

Nico Dietrich und Tobias Sosinka, Leitung Junges Theater Göttingen

Die Leitung des Jungen Theaters Göttingen hat es geschafft, ihr kleines Theater kreativ und besonnen durch die Krise dieses Jahres zu führen und den Spielbetrieb unter ganz besonders schwierigen Bedingungen aufrecht zu erhalten. Sie hat das Haus für freie Künstler*innen geöffnet und ihnen in dieser schwierigen Zeit eine Existenz ermöglicht und ein Zuhause gegeben. Zu diesem Zweck wurde Geld gesammelt und Fördermittel eingeworben. Aus dem stehenden Ensemble wurde niemand entlassen, die freien Mitarbeiter*innen erhielten Verdienstausfallszahlungen, und es werden in der neuen Spielzeit sogar noch mehr Kollegen aus der freien Szene am Hause beschäftigt als bisher.

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Tobias-Ehinger, Foto: Theater-Dortmund

Tobias Ehinger, geschäftsführender Direktor Theater Dortmund

Trotz der Corona-Maßnahmen, die die komplette Einstellung des Spielbetriebs bedeuteten, stellte das Theater Dortmund unter der Leitung von Tobias Ehinger seine Kreativität mit neuen Formaten unter Beweis. Die Werkstätten des Theaters stellten in kürzester Zeit die Produktion auf Nase-Mund-Masken und Spuckschilder um, die an städtische Einrichtungen gingen und damit einen Beitrag zum Wohl der Allgemeinheit leisteten. Künstlerische Produktionen waren zwar nur noch online, dafür jedoch einem weltweiten Publikum zugänglich. Mit neuen Formaten wie „Musik auf Rädern“ und den „Terrassenkonzerten“ sorgte das Theater Dortmund für die künstlerische Grundversorgung der Stadt. Die Aktivitäten erregten ein überregionales bis internationales Interesse. Ein Bericht der BBC World News über das Dortmunder Ballett erreichte weltweit 60 Mio. Zuschauer*innen.

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Michael Grosse, Foto: Matthias Stutte
Manuel Gross, Foto: Matthias Stutte


Michael Grosse (Generalintendant), Michael Magyar (ehemaliger Geschäftsführer),
Frank Baumann (Geschäftsführer seit August 2020), Manuel Gross (Ballettmanager), Theater Krefeld-Mönchengladbach

Selten erlebt man, dass eine Hausleitung sich mit so viel Energie und finanzieller Großzügigkeit für eine „kleine“ Tanzsparte einsetzt wie die Leitung des Theaters Krefeld-Mönchengladbach.

Für Tänzer*innen ist Situation im verordneten „Home-Office“ äußerst schwierig und kann ein gefährlicher Einbruch der Tanzkarriere bedeuten. In Sorge um die körperliche und psychische Gesundheit und mit großem Verständnis für die Bedürfnisse ihrer Ballettensemblemitglieder wurde eine große Halle angemietet, der vorhandene Schwingboden um die gleiche Fläche verdoppelt und mobile Stangen gekauft. Das Ensemble trainiert und probt dort bequem und sicher seit Juni. Das gibt den Tänzer*innen ein gutes Gefühl der Sicherheit und Unterstützung. So waren alle Sparten einsatzbereit, schafften es ohne Kurzarbeit durch die Spielzeit und spielten schon im Juni wieder vor Publikum.

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Eva Lange und Carola Unser, Foto: Neven Allgeier


Eva Lange und Carola Unser, Intendantinnen Hessisches Landestheater Marburg

Carola Unser und Eva Lange setzen als Intendantinnenteam das um, was von vielen Theaterleitungen als „unpraktikabel“ abgetan wird: ein paritätisch besetztes Ensemble, Kommunikation auf Augenhöhe mit den Mitarbeiter*innen, Familienfreundlichkeit, regelmäßige Gespräche zu politischen Themen und darüber wie diese Diskurse Einzug in die Theaterpraxis am Haus halten können. Während der Pandemie geben sie den finanziellen Druck nicht weiter: Ensemblemitglieder sowie Gäste und Mitarbeiter*innen erhalten weiterhin 100% Gehalt bzw. Honorar. Ihr solidarischer Führungsstil beweist, dass Druck von oben keine Voraussetzung für relevante Theaterarbeit ist.

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Michael Müller, Foto: Theaterdiscounter


Michael Müller, Georg Scharegg und das Team des Theaterdiscounter Berlin

Für Michael Müller und Georg Scharegg bedeutet die Leitung einer Spielstätte mehr als Programmgestaltung, was sich insbesondere im letzten halben Jahr deutlich zeigte.

Sie vermittelten Open-Air-Gastspiele an Kollektive, die so trotz abgesagter Vorstellungen spielen konnten. Mit viel Kraft erarbeiteten sie zusammen mit den Künstler*innen eine eigenständige digitale Version des MONOLOGFESTIVALS, damit die Beteiligten spielen und Zuschauer*innen ein rundes Festival Zuhause erleben können. Sie motivieren, beraten und denken die Künstler*innen immer mit. Sie suchen neue Wege und sind in der Kulturszene ein verlässlicher und souveräner Ansprechpartner.

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Anke Politz, Foto: Kooné


Anke Politz und das Team des Chamäleon Theater, Berlin

Anke Politz hat sich während der Corona-Krise in außerordentlichem Maße für die Künstler*innen ihres Hauses und der Freien Szene eingesetzt. Die aus Australien eingereisten Künstler*innen, die dort ab März für einige Monate auftreten sollten, hat sie jeden Tag betreut, mit Informationen, Trainingsmöglichkeiten, Arztterminen, Übersetzungen usw. versorgt. Sie hat ihnen Wohnungen und Tagegelder bezahlt und den Kontakt zu Eltern und Partner*innen der Künstler*innen in Australien gesucht. Als klar wurde, dass die Schließung anhalten würde, hat sie beschlossen, die Räumlichkeiten des leeren Theaters Berliner Künstler*innen als Residenz kostenfrei anzubieten.

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Viktor Schoner, Foto: Staatsoper Stuttgart


Viktor Schoner, Intendant Staatsoper Stuttgart

Als der erste Lockdown im März kam, und es dem Staatstheater Stuttgart nicht möglich war, freischaffenden Künstler*innen, die für abgesagte Opernproduktionen unter Vertrag standen, Ausfallhonorare zu bezahlen, gelang es Viktor Schoner und seinem Team im Handumdrehen neue, unkonventionelle Darbietungsformen ins Leben zu rufen. Für deren Umsetzung buchte er hauptsächlich freischaffende Künstler*innen, um auf diesem Wege ihren Verdienstausfall zu begleichen.

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Matthias Schulze-Kraft, Foto: G2 Baraniak


Matthias Schulze-Kraft und das Team des LICHTHOF Theater

Das LICHTHOF Theater unter Leitung von Matthias Schulze-Kraft sticht durch ein vielschichtiges, diverses, stadtteilorientiertes, buntes Programm aus der hamburgischen Freien Theaterszene heraus. Insbesondere arbeiten die Teams dort relativ unbeeindruckt von der Pandemie mit einer unerschütterlichen Phantasie an abwechslungsreichen digitalen Formaten nach dem Motto: Nicht jammern, machen. Diesem kleinen Theater gelingt es auch in diesen für die Kultur schwierigen Zeiten einen breiten künstlerischen Austausch zu ermöglichen und ein vitaler Ort gesellschaftlicher Auseinandersetzung zu bleiben. Das ist auszeichnungswürdig!

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Sandra Hinz und Erich Sidler; Foto: Frank Stefan Kimmel


Erich Sidler (Intendant) und Sandra Hinz (Geschäftsführerin), Deutsches Theater
Göttingen

Die Leitung des Deutschen Theaters Göttingen hat schnell entschieden, dass es nicht zwingend nötig ist die Nicht-Digitale Kunstproduktion einzustellen, nur weil die Theater geschlossen sind. So hatte z.B. das Drive-Through-Projekt DIE METHODE mit Ausnahmegenehmigung der Stadt weit vor dem offiziellen Ende des ersten Lockdowns eine reale Premiere und schaffte es, den realen Kontakt zu Zuschauer:innen frühzeitig wieder aufzunehmen. Offen für Innovationen und diese auch finanziell und personell ermöglichend – so wünscht man sich häufiger Theaterleitungen.

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Isolde Wabra; Foto: Kresch Theater


Isolde Wabra und das Team des KRESCH Theater Krefeld

Isolde Wabras Fokus angesichts der Unberechenbarkeit der Situation lag einerseits auf Publikumssicherheit, andererseits auf der Verantwortung für die freischaffenden Künstler*innen, die regelmäßig am KRESCH arbeiten. Dabei ging sie mit Ideenreichtum und Flexibilität vor: ausfallende Vorstellungen wurden durch Ersatzveranstaltungen kompensiert, Schlupflöcher für Ausfallgagen gefunden. In Absprache mit dem NRW-Kultusministerium konnte sie erreichen, dass Klassenzimmerstücke, als Bildungsveranstaltungen deklariert, trotz allem stattfinden dürfen.
Und alles selbstverständlich unter genauer Beachtung der Hygienevorschriften.

Kresch Theater Team, Foto: Kresch Theater

4 Stempel für ein Halleluja: Verwaltungen/Verwaltungsmitarbeiter*innen/Sachbearbeiter*innen

Matthias Almstedt, Foto: Saarländisches Staatstheater

Matthias Almstedt – kaufmännischer Direktor Saarländisches Staatstheater

Matthias Almstedt entwickelte im März 2020 ein finanzielles Ausgleichsmodell für pandemiebedingte Gagenausfälle von Gast-Darsteller*innen aller Sparten. Diesem Modell zufolge werden niedrige Gagen zu einem höheren Anteil ersetzt als höhere. Es sieht für alle Gäste pro ausfallender und nicht nachholbarer Vorstellung eine Ausfallgage in Höhe von 50 % der vertraglich vereinbarten Gage vor – mindestens aber 1000 € pro Vorstellung. Diese differenzierte und zugleich klar strukturierte Behandlung schafft in besonderer Weise einen Interessensausgleich zwischen dem Theater und dem Gast – und das in individualisierter Form.

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Judith Bildhauer, Foto: MWK

Judith Bildhauer – Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden- Württemberg

Judith Bildhauer hat unermüdlich im Hintergrund nach Möglichkeiten gesucht, die Kulturschaffenden in Baden-Württemberg auch als Soloselbständige im Lockdown zu unterstützen. Ihr ist es gelungen, den fiktiven Unternehmer*innen Lohn in Höhe von € 1.180 einzuführen bzw. diese Möglichkeit mit den Behörden zu klären und an die Entscheidenden weiter zu geben.

Außerdem hat sie beständig und geduldig ein offenes Ohr für die vielfältigen Sorgen der Kunstschaffenden in Baden-Württemberg und berät in zahlreichen Zooms kompetent und umfänglich über die Corona-Förderprogramme des Landes.

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Sebastian Brünger, Foto: Candy Welz
Katrin Gayda und Saskia Seidel, Foto: KSB

Sebastian Brünger, Saskia Seidel, Katrin Gayda – Fonds Doppelpass, Kulturstiftung des Bundes

Kaum eine Förderinstitution hat so schnell und so proaktiv reagiert auf die veränderte Situation der von ihr geförderten Projete, wie das Doppelpass Dreamteam. Sie kündigten sehr schnell eine Unterstützung von bis zu 13.000 Eur für Coronabedingte Zusatzkosten für die einzelnen Doppelpassprojekte an. Zudem sind sie alle immer ansprechbar bei Fragen jeglicher Art und nehmen die Erfahrungen der Doppelpass- Künstler:innen so ernst, dass sie die Struktur dieser Förderung ständig weiterentwickeln und weiterdenken.

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Das Team des Corona-Hilfsfonds der Stadt Braunschweig

Kristin Komm, Foto: Stadt Braunschweig

Mit diesem bemerkenswerten Fonds versucht das Team von der Stadt Braunschweig eine Lücke für Braunschweiger Künstler*innen zu schließen, was weder dem Land noch dem Bund so recht gelingen mag. Mit dem schnellen, grundsätzlichen Auflegen eines Hilfsfonds für Soloselbständige mit bis zu 5000.- für Honorarausfall sind sie ein tolles Leuchturm-Beispiel für das, was eine Stadt für seine Kultur und Künstler*innen machen kann. Die Mitarbeiter*innen des Fonds unterstützen die Antragstellung konkret mit Rat und Tat – geduldig, freundlich – kompetent und versuchen, alles möglich zu machen, was in ihrer Macht steht.

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Peter Hausdorf, Foto: privat

Peter Hausdorf – Kulturamt Leipzig

Er hat in der Corona Pandemie eine sehr schnelle und transparente Kommunikationskraft entwickelt und war damit den freien Kulturakteur*innen eine enorm wichtige Hilfe für die Bündelung und Aufbereitung von Themen zur Bewältigung der Pandemie und im Finden von individuellen Lösungen für die Akteur*innen.

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Mareike Ligges, Foto: privat

Mareike Ligges – Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin

Sie setzt sich unermüdlich für die Förderung der freien Szene in Berlin ein. Im Home Office hat sie an ihrem Küchentisch Projektförderungen umgewidmet und immer wieder in aller Ruhe den Umgang mit den Corona-Sonderregelungen und Ausfallhonoraren erklärt.

Die Herausforderung, auch in der Corona Krise gemeinsam mit den Künstler*innen Wege zu finden, wie Kunst möglichst ungehindert von den Vorgaben des Zuwendungsrechts stattfinden kann, hat sie mit Entschlossenheit und Tatkraft angenommen.

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Team Kulturamt Ulm, Foto: privat

Sabine Schwarzenböck – und das Team des Kulturamts Ulm

Während in vielen anderen Städten das kulturelle Leben still stand, organisierte die Kulturabteilung der Stadt Ulm diverse Veranstaltungen und unterstütze die beteiligten Künstler*innen auch finanziell. Sie unterstützten Kulturschaffende bei der Entwicklung und Durchsetzung der Hygienekonzepte und standen jederzeit für eine praktische Antwort zur Verfügung. Die erfolgreiche Durchführung der Kulturnacht am 19.09. verdanken die Künstler*innen dem Team des Kulturamts Ulm. Für viele war es nicht nur eine lang ersehnte Gelegenheit endlich auftreten zu können, sondern auch ein Zeichen der Wertschätzung und des Vertrauens.

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Team Senatsverwaltung für Kultur und Europa Berlin, Foto: Marcus Lieberenz

Dr. Torsten Wöhlert, Dr. Konrad Schmidt-Werthern, Sabine Köhncke und Team – Senatsverwaltung für Kultur und Europa, Berlin

Das Team von der Senatsverwaltung Kultur und Europa in Berlin hat sehr schnell nach Beginn der Eindämmungsmaßnahmen die Landeshaushaltsordnung geändert. Damit wurden Ausfallkosten anerkannt, die Umwandlung von Projekten ermöglicht, Ausfallhonorare in Höhe von 60 % des Honorars, Verlängerungen des Ausgabezeitraums, Anerkennung von Mehrkosten und vieles mehr. Damit wurden die Grundlagen für Projekt-Arbeit in der Corona-Zeit gesichert – ohne das wäre gar nichts gegangen.

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Für keine Handvoll Dollar: Einzelpersonen, Freundeskreise, Kulturinitiativen/Vereine

Frederieke Behrens, Foto: Manja Herrmann

Frederieke Behrens – Vorstand des Landesverbandes Freie Darstellende Künste in Bremen, Förderkatapult – die bremische Antragsmanufaktur

Vielen Künstler*Innen, die seit vielen Jahren künstlerisch tätig sind, aber noch nie einen Antrag geschrieben haben, hat Frau Behrens als Hauptansprechpartnerin bei den Förderanträgen in Bremen mit viel Geduld zur Seite gestanden.

Als eine von wenigen erkennt sie die Schwachstellen und Verständigungsschwierigkeiten zwischen Förderangeboten und Antragstellern und bietet Künstler*innen auch individuelle Beratung in Bezug auf die jeweiligen Anträge. Im Förderkatapult hat sie Seminare zum Schreiben von Anträgen und einen Austausch mit anderen Künstler*innen ermöglicht, ganz nach dem Motto „von und miteinander lernen“.

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Florian Steinmann, Foto: David Klump

Florian Steinmann – Technischer Leiter Schauspiel am Staatstheater Nürnberg

Florian Steinmann ist ein Vorzeigeexemplar einer unglaublich wichtigen Spezies von Bühnenheld*innen: Technische Leitung. Er gilt im besten Sinne als Ermöglicher, mit Lust auf Kunst, auf ungewohnte Wege, irre Ideen und ein gemeinsames Suchen und Zusammenarbeit auf Augenhöhe. Er verspricht nichts, was er nicht halten kann, ist aber immer gewillt, zu schauen, wie es anders gehen könnte. Er bringt sich selbst mit künstlerischen Ideen ein, ist aber auch voll am Start, wenn etwas nicht sein Geschmack ist. Er sucht nicht nach Problemen, wo keine sind, sondern findet Lösungen, wo man sie nicht erwartet hätte.

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Christoph und Marita Thoma – Kulturliebhaber*innen im Kreis Siegen-Wittgenstein

Um den Spielbetrieb am Bruchwerk Theater in Siegen am Laufen zu halten, kamen sie privat für die Covid-Tests der Darsteller*innen auf. Wenige Zuschauer*innen bringen ihre Liebe zur Kultur so heldenhaft zum Ausdruck, in einer Zeit wo ohne regelmäßige Tests kaum eine gewissenhafte Ausübung der Probenarbeit möglich ist.

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krea[K]tiv – Team

krea[K]tiv – musiktheater stands up – Vertreten durch Magdalena Weingut und Burkhard Fritz

Für Künstler*innen im Musiktheater begann im Frühjahr 2020 eine bis heute anhaltende Odyssee: Verträge wurden einseitig gekündigt, Theater beendeten die Kommunikation. Stattdessen begann ein Marathon an Anträgen für diverse Staatshilfen, bei dem aber bis heute immer noch viele Künstler*innen durchs Raster fallen. Um auf die rechtliche und gesamtpolitischen Situation von Soloselbständigen aufmerksam zu machen, Missstände aufzuzeigen, Verbindungen zu Gewerkschaften, Leitungen und Agenturen herzustellen, sowie internationale Vernetzung voranzutreiben hat sich krea[K]tiv gegründet.

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Dorit und Alexander Otto, Foto: privat

Dorit und Alexander Otto – Dorit & Alexander Otto Stiftung

Mit der Aktion „Kultur hält zusammen“ hat die Dorit und Alexander Otto Stiftung in Verbindung mit einem Hilfsfonds Hamburgs Künstler*innen in der anhaltend schwierigen Corona-Situation mit einer Million Euro unterstützt. Der Hilfsfonds soll es den Künstler*innen ermöglichen, weiter zu arbeiten, damit die Vielfalt der Hamburger Kulturlandschaft erhalten bleibt. Darüber hinaus hat sich die Stiftung an einem von der Hamburgischen Kulturstiftung initierten Hilfsfonds unter dem Motto „Kunst kennt keinen Shutdown“ beteiligt. Mehr als 700.000 Euro sind durch die Förderungen von Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen da zusammengekommen.

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Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds, Foto: privat

Petra Ernstberger – Deutsch-Tschechischer Zukunftsfonds

Seit 1998 hilft dieser Fonds Brücken zu bauen zwischen Deutschen und Tschechen, indem er gezielt Projekte fördert, die die Menschen beider Länder zusammenführen und Einblicke in die Lebenswelten, die gemeinsame Kultur und Geschichte ermöglichen und vertiefen. Mit dem neu gegründeten RE-START-Programm fördert er dieses Jahr deutsche und tschechische Akteur*innen fast aller Förderbereiche und Altersstufen, die im Jahr 2020 Projekte umsetzen wollten, aber aufgrund der Kurzfristigkeit keinen regulären Projektantrag beim Zukunftsfonds stellen konnten.

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Peter Jakobeit und Nina Kurzeja – Künstler*innen Soforthilfe Stuttgart

Zusammen mit Tom Adler, Joe Bauer und Goggo Gensch haben die Preisträger*innen gleich zu Beginn der Pandemie, am 16. März 2020 die Initiative Künstler*innen Soforthilfe Stuttgart gegründet. Die Initiative sammelt Spendengelder von Privatpersonen und Institutionen, um diese direkt, schnell und unbürokratisch an Betroffene aus dem Kulturbereich weiter zu leiten. Unterstützt werden Künstler*innen, und Studierende im künstlerischen Bereich, die durch die Corona-Pandemie in finanzielle Not geraten sind.

Im November 2020 konnte die Initiative mehr als 380.000 € Spendengelder von rund 1.600 Spender*innen sammeln. Über 1.100 Überweisungen wurden ausgestellt um Menschen in der Kulturarbeit im Großraum Stuttgart zu unterstützen und ein Zeichen der Solidarität zu setzen.

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